Das Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte (1949-1969)

NS-Geschichte, Netzwerke und Diskurse

Veranstaltungen

16. – 17.11.2018, Tübingen: Workshop Netzwerke und NS-Belastung zentraler deutscher Behörden

Das ausführliche Programm finden Sie hier!

Die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit deutscher Behörden war lange Zeit ein Forschungsdesiderat. Erst im Jahr 2005 begann man mit der Realisierung ministeriell geförderter Forschungsprojekte, die sich dezidiert mit der NS-Belastung deutscher Behörden und ihres Personals beschäftigen. Obgleich in den letzten Jahren wichtige Studien im Bereich der Behördenforschung vorgelegt wurden, existieren immer noch zahlreiche „weiße Flecken“. Gerade aus diesem Grund ist es sehr begrüßenswert, dass die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) erst kürzlich Fördermittel zur Durchführung von insgesamt zehn Forschungsprojekten bewilligte, um die NS-Vergangenheit zentraler deutscher Behörden einer geschichtswissenschaftlichen Analyse zu unterziehen.

Zu den geförderten Projekten zählt auch das Forschungsvorhaben „Ein Sonderministerium im klassischen Gewand. NS-Geschichte, Netzwerke und Diskurse des Bundesministeriums für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte“, das durch eine Tübinger Forschungskooperation unter Leitung von Mathias Beer und Reinhold Johler am Tübinger Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde (IdGL) realisiert wird.

Im Rahmen dieses Forschungsprojektes wird nun ein weiterer Workshop am IdGL organisiert, der sich den Themen Netzwerke und NS-Belastung zentraler deutscher Behörden widmet. Im Zentrum der Veranstaltung stehen die häufig Jahrzehnte zurückreichenden personellen und institutionellen Netzwerke, beispielsweise bestehend aus Personal einer Behörde oder auch zwischen Letzterer und anderen nicht- und halbstaatlichen Akteuren: Auf welche Art und zu welchem Zeitpunkt entstanden diese sowohl synchron als auch diachron existierenden Verflechtungen? Was bildete die Basis des Networkings und inwieweit hatten diese Beziehungsgeflechte Einfluss auf den Aufbau, die Personalrekrutierung sowie auf die Inhalte und Prozesse der Behörde? Neben den Netzwerken soll auch das Thema NS-Belastung erörtert werden. Es wird nicht nur der Bedeutungsinhalt des Begriffs NS-Belastung und dessen Wandel im zeitlichen Verlauf zur Diskussion gestellt, sondern es soll auch gefragt werden, wie sich die NS-Vergangenheit auf die Einrichtung, die Organisation und die Arbeitsweise von Behörden und Ministerien nach Gründung beider deutscher Staaten konkret auswirkte und welche Rolle hierbei völkische Denktraditionen und nationalsozialistische Anschauungen einnahmen. In diesem Zusammenhang gilt es auch zu erörtern, mit welchen Quellengattungen sich die nationalsozialistische Vergangenheit im Verwaltungshandeln empirisch fassen lassen kann und welche Rahmenbedingungen bei einer Beurteilung des Agierens einer Behörde Berücksichtigung finden müssen.

Ziel des Workshops ist es, die benannten Forschungsfragen in vergleichender Perspektive mittels Referaten und Beiträgen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie intensiven Diskussionen auf breiter Basis zu erörtern und neue und differenzierte Forschungsimpulse zu erhalten.

Aufgrund der begrenzten Platzzahl bitten wir um eine verbindliche Anmeldung an:
Dr. Melanie Hembera

 


19. – 20.01.2018, Tübingen: Workshop NS-Belastung zentraler deutscher Behörden. Das Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte 1949-1969

Vom 19. bis 20.01.2018 hat am IdGL in Tübingen der take off-Workshop  „NS-Belastung zentraler deutscher Behörden. Das Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte 1949-1969“ stattgefunden. Zu den Teilnehmern, Themen und Ergebnissen hat Jan Ruhkopf einen Tagungsbericht auf H-Soz-Kult publiziert: https://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7596